Zahnfleischbluten – eine Volkskrankheit

Zahnfleischbluten

Es gibt nur sehr wenige Erwachsene mit nicht blutendem Zahnfleisch: Laut Statistik haben 90% der erwachsenen Bevölkerung Zahnfleischbluten in mindestens einem kleinen Bereich und mindestens 20% leiden an schweren Parodontalerkrankungen, einschließlich Knochenzerstörung und Zahnverfall.
Zahnfleischbluten ist ein Zeichen dafür, dass die Mundhygiene eines Menschen nicht zu 100 Prozent stimmt. Dies kann darauf hindeuten, dass sich irgendwo Bakterien festgesetzt haben und der Körper sich mit einer Entzündung dagegen wehrt. In diesen Fällen dehnen sich die Blutgefäße, die weißen Blutkörperchen dringen in das Zahnfleisch ein und schützen den Körper vor Krankheitserregern. Wenn die Mundhygiene unzureichend ist, entwickelt sich eine sogenannte Gingivitis.
Obwohl die meisten Fälle von Zahnfleischbluten auf mangelnde Mundhygiene zurückzuführen sind, gibt es andere schwerwiegende Ursachen. Dies kann zum Beispiel der Mangel an Vitamin C oder K sein, oder andere Erkrankungen, die mit Blutungen verbunden sind, z.B. Blutgerinnung oder Diabetes. Ein höherer Zuckerwert verlangsamt die Genesungsprozesse. Leukämie kann auch sehr schwere Zahnfleischblutungen verursachen. Eine Gingivitis mit starken Schmerzen kann ebenfalls eine solche Beschwerde auslösen, das erste Symptom ist spontane Zahnfleischblutung. Gibt es neben dem Zahnfleischbluten auch andere Symptome, wie zum Beispiel starker Gewichtsverlust, Schwachgefühl oder langsame Wundheilung, sollte man sich auf jeden Fall gründlich untersuchen lassen.
Aufgrund schlechter Mundhygiene tritt die Blutung normalerweise nur beim Bürsten oder Kauen auf. Die Häufigkeit ist unterschiedlich, manche Menschen haben Zahnfleischbluten, wenn sie zwei Tage lang keine Zahnseide verwendet haben, während andere einfach nur dann, wenn ihre Mundhygiene periodisch vernachlässigt wird. Blutungen treten hauptsächlich auf, wenn jemand nach dem Zähneputzen den Mund ausspült, in schweren Fällen oder während der Schwangerschaft können auch spontane Blutungen auftreten.
Grundsätzlich kann auch die Veränderung im Hormonhaushalt zu Zahnblutungen führen, so zum Beispiel in der Pubertät oder während einer Schwangerschaft oder Menopause.
Bei schweren hämatologischen Erkrankungen sind Zahnfleischbluten nicht dasselbe wie bei einer schlechten Mundhygiene, sie sind jedoch viel schwerwiegender: Das Zahnfleischblut beginnt buchstäblich zu fließen. Bei solchen Beschwerden wenden sich die Patienten zunächst an einen Zahnarzt, dessen Aufgabe es ist, anhand des Symptoms zu bestimmen, um welche Art der Krankheit es sich handelt, es können weitere Labortests notwendig werden.

Behandlung von Zahnfleischbluten

Das wichtigste ist auf jeden Fall, vermehrt auf eine gründliche Zahnhygiene zu achten. Es ist besonders wichtig, dass die Betroffenen nicht der Meinung sind, dass sie die Zahnbürste an der Blutungsstelle nicht verwenden, um die betroffene Stelle zu schonen, da es von größter Wichtigkeit ist, gerade an der entzündeten Stelle richtig zu säubern. Nur so kann der Plaque beseitigt werden, in dem sich Bakterien vermehrt haben, was zu Entzündungen und damit zu Zahnfleischbluten führt. Wenn das nicht passiert, wird die Situation verschlimmert.
Neben dem regelmäßigen Bürsten können Mundspülungen, die die Mundhygiene unterstützen, von großem Nutzen sein. Darüber hinaus ist es wichtig, Zahnbürsten und andere Zahnwerkzeuge für die Zahnreinigung zu verwenden und Zahnstein regelmäßig, am besten aller sechs Monate entfernen zu lassen. Bei starker Karies sollte dies immer der erste Schritt bei der Behandlung von Zahnfleischbluten sein. Medikamente gegen Gingivitis sind nur dann erforderlich, wenn das gerechtfertigt ist, insbesondere bei immungeschwächten Patienten.
Es gibt einige Zahnpasten, die dazu führen, dass sich die Zahnfleischkapillaren zusammenziehen, damit sie nicht bluten. Es verschleiert jedoch nur die Symptome und beseitigt keine Gingivitis.
Man muss sich dessen bewusst sein, dass unbehandelte parodontale Erkrankungen zum Verlust der Zähne führen können. Auch sollte man wissen, dass das Problem mit großer Wahrscheinlichkeit behoben werden kann, wenn man sich frühzeitig damit befasst. Dazu sollte man eine weiche Zahnbürste verwenden. Es ist auch sehr wichtig, die Zahnlücken mit intraoraler Zahnbürste oder Zahnseide zu pflegen.
Zucker ist auf jeden Fall ein Hauptauslöser dieser Beschwerden, man sollte spätestens 30 Minuten nach dem Verzehr von Zuckerprodukten die Zähne reinigen oder zumindest Mundasser mit natürlichen Zutaten benutzen.

Was tun gegen Zahnfleischbluten?

Wenn die betroffenen Personen ihre Mundhygiene wiederherstellen, können Zahnfleischbluten vollständig beseitigt werden.
Die richtige Mundhygiene kann Zahnfleischbluten vorbeugen. Daher ist es wichtig, dass Menschen ihre Zähne und Lücken regelmäßig reinigen.
Wenn das Problem nach ausreichender Mundhygiene immer noch besteht, sollte man einen Fachmann aufsuchen. Auch in folgenden Fällen sollte man sich zum Zahnarzt begeben:
– Wenn die Blutung trotz ausreichender Mundhygiene nicht aufhört
– Wenn man gleichzeitig chronisch Schmerzen verspürt
– Wenn das Zahnfleisch geschwollen ist oder sich darauf Belage bilden
– Bei Mundgeruch trotz ordentlicher Pflege
– Bei anderen Begleitsymptomen, wie z.B. Fieber
Es kann auch eine Antibiotika Kur von Nöten sein, um die Entzündung zu beseitigen, das wird ebenfalls vom Zahnarzt festgestellt.

Parodontale Behandlungen

Wenn die oben beschriebenen Mittel keine Abhilfe schaffen, kann eine parodontale Behandlung notwendig werden. In solchen Fällen ist das Problem meistens schon derart groß, dass neben der Blutung auch eine Lockerung der Zähne festzustellen ist und diese eine unnatürliche Mobilität erreichen. In solchen Fällen sollte man auf jeden Fall einen Parodontalspezialisten aufsuchen, um die Zähne zu retten, falls möglich.
Jede parodontale Behandlung beginnt mit einer gründlichen Zahnreinigung. Als nächster Schritt kommt die so genannte parodontale Tiefreinigung, der Spezialist führt dabei eine ganz dünne Pinsel zwischen dem Zahn und dem Gaumen ein, um so auch diesen, ansonsten unzugänglichen Bereich zu reinigen und die Bakterien zu beseitigen. Dieses Vorgehen nennt man auch geschlossene Kürettage. Bei der offenen Kürettage werden gar Einschnitte am Gaumen vorgenommen, um die betroffenen Stellen noch besser erreichen zu können. Das ist dann schon ein parodontalchirurgischer Eingriff. Wenn die Zähne in diesem Stadium sind, ist der Ausgang sehr fraglich, oft müssen diese Vorgänge mehrmals wiederholt werden und selbst dann ist die Lebensprognose der Zähne ungewiss und der Patient muss damit rechnen, früher oder später diese Zähne zu verlieren. In jedem Fall kann der Spezialist eine ehrliche Einschätzung darüber geben, inwieweit es Sinn macht, die Zähne parodontalisch zu behandeln und mit welcher Lebensprognose gerechnet werden kann. Man sollte s am besten gar nicht so weit kommen lassen, also gründlich Zähn putzen, mindestens zweimal täglich inkl. der Verwendung von Zahnseide, darüber hinaus nach jeder Mahlzeit, wenn man Zucker zu sich nimmt und jährlich zweimal zu einer professionellen Zahnreinigung gehen.

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